Verlag Hans Huber - IDS - Intelligenz- und Entwicklungsskalen

Konstruktion

Die Intelligence and Development Scales (IDS) sind das Resultat einer intensiven und ausserordentlich erfreulichen Zusammenarbeit, die im Jahre 2002 von der schulpsychologischen Praxis angeregt und später gleichermassen sowohl von Schulpsychologinnen und Schulpsychologen sowie von Mitarbeitern verschiedener deutschsprachiger Universitäten verfolgt wurde.

Ausgangspunkt war das Anliegen einer Gruppe erfahrener Schulpsychologen, den leistungsdiagnostischen Ansatz sowie die zeitökonomische und valide Verwendung des Kramer-Intelligenztests insbesondere für die Einschulungsdiagnostik auf einen zeitgemässen Stand zu bringen. Initiator der Gruppe war Markus Hartmeier (Leiter Städtischer Schulpsychologischer Dienst St. Gallen). Der Gruppe gehörten weiter Markus Bründler (Leiter Kantonaler Schulpsychologischer Dienst Obwalden), Stefan Meyer (Dozent Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik, Zürich) und Jörg Montalta (ehemaliger Leiter Kantonaler Schulpsychologischer Dienst Zug) an.

Der KIT war auch 30 Jahre nach seiner letzten Revision in der Praxis nach wie vor ein häufig verwendeter Intelligenztest, obwohl das darin enthaltene Stufenkonzept als überholt betrachtet werden muss, sprachliche Formulierungen und Abbildungen der Aufgabenstellungen nicht mehr dem Zeitgeist entsprechen und das gesamte Erscheinungsbild veraltet ist.

Geplant war, den KIT moderat zu überarbeiten und neu zu normieren. Zur wissenschaftlichen Unterstützung des Projekts wendete sich die Gruppe bald an die Universitäten Bern und Basel und vernetzte sich mit interessierten Kolleginnen und Kollegen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum. Angeregte Diskussionen und Gedankenaustausch trieben die Testentwicklung weiter voran. Überzeugt von den Vorarbeiten übertrug das Seraphische Liebeswerk (Träger des Antonius Verlags) die Autorenrechte des KIT für den symbolischen Preis von einem Schweizer Franken an die Projektgruppe IDS.

Es war jedoch bald evident, dass eine moderate Revision des KIT für die wissenschaftliche und praktische Anerkennung sowie für die Publikation bei einem etablierten Verlag nicht ausreichen konnte. Deshalb wurde im Jahr 2003 die ursprünglich geplante Aktualisierung des KIT aufgegeben und eine vollständige Testneukonzipierung in Angriff genommen. Die „Kramer-Revision“ wurde umfassend auf den modernen intelligenz-, entwicklungs- und testpsychologischen Erkenntnissen aufgebaut. Organisatorisch wurde das Projekt zuerst an der Universität Bern und ab 2005 an der Universität Basel eingebunden. Das Ziel bestand in der vollständigen Neukonzipierung eines Intelligenz- und Entwicklungstests. Gleichzeitig wurde mit dem Verlag Hans Huber, Bern die Testpublikation vereinbart.

Es wurde festgelegt, dass die IDS sechs Funktionsbereiche umfassen sollen. Die kognitive Entwicklung soll mit dem Funktionsbereich Kognition eingeschätzt werden, der die Bereiche Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Denken umfassen soll. Die allgemeine Entwicklung soll mit den Funktionsbereichen Psychomotorik, Sozial-Emotionale Kompetenz, Mathematik, Sprache und Leistungsmotivation eingeschätzt werden.

Im Sinne einer Inhaltsvalidierung wurde untersucht, inwieweit die Aufgaben des KIT die festgelegten Funktionsbereiche umfassen. Für Funktionsbereiche, die durch Aufgaben des KIT abgedeckt wurden, wurden besonders prägnante Items ausgewählt und als sogenannte Anker-Items in den neuen Test aufgenommen. Ausgehend von diesen Anker-Items wurden weitere Aufgaben anderen Schwierigkeitsgrades generiert, so dass für den zu erfassenden Altersbereich eine Abfolge an kontinuierliche schwieriger werdenden Items zusammengestellt werden konnte. Aufgaben für Bereiche, die nicht durch den KIT abgedeckt werden konnten, wurden in Anlehnung an aktuelle Verfahren konstruiert beziehungsweise neu entwickelt. So entstand mit den IDS eine Testbatterie zur kognitiven und allgemeinen Entwicklung. Als erstes deutschsprachiges Verfahren führen die IDS somit die grossen, bisher zumeist unabhängigen Forschungsstränge Intelligenz und allgemeine Entwicklung zusammen und ermöglichen sowohl die Berechnung eines Intelligenzwertes als auch die Beurteilung entwicklungsrelevanter Funktionsbereiche mit insgesamt 19 Untertests.